Marokko

Marokko ist wirklich nur ein Katzensprung von Europa entfernt. Lange schon stand dieses Land auf meiner Reiseliste, allerdings nicht zuallererst eine Wüstentour durch den Süden des Landes.

Marokko Wüste 01Durch mehrere Zufälle bin ich dann Ende des Jahres 2015 doch dort gelandet und ich kann nur sagen: ein Traum, faszinierende Impressionen, wie aus einem orientalischen Bilderbuch. Wüstenoasen, die unglaublich abwechslungsreich sind. „Sand ist nicht gleich Sand“, jede Düne hat sein eigenen Charakter und Formation – je nach Tageszeit die unterschiedlichsten Farben.

Das südliche Marokko zwischen Erfoud und Quarzazate  ist geprägt von den imposanten Ausläufern des Hohen Atlas. Dort bilden zerklüftete Schluchten und blühende Oasen faszinierende farbliche Kontraste.

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Ergänzt wird die Landschaft von der rotbraunen Lehmarchitektur der Berber. In den Oasentälern der Wadis Ziz, Dades und Dra liegen die aus Stampflehm errichteten Wehrdörfer und Kasbahs (Festungen). Doch der Lehm ist extrem witterungsanfällig, nach jedem starken Regen sind Ausbesserungen nötig.

Etwa 30 km nordwestlich von Quarzazate erhebt sich Ait Ben Haddou am Ufer des Asif Mellah. Die Berbersiedlung war in den letzten Jahrzehnten mehrfach Kulisse für historische Filme, beispielsweise „Lawrence von Arabien“ (1962). Das Stampflehmdorf besteht aus vielen kleineren und größeren Häusern, die eng aneinander gedrängt an einem Hang kleben und von ferne wie verschachtelt wirken. Das Dorf „Ait Ben Haddou“ ist seit 1987 von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt worden.

Das Dades-Tal ist eine beeindruckende Gebirgslandschaft und reich an farblichen Kontrasten. Aufgrund des Dades, der durch das Tal fließt, gibt es einige fruchtbare, grüne Flecken in der ansonsten doch sehr kargen, wüstenhaften Region. Hier werden hauptsächlich Pappeln, Feigen, Mandeln, Nüsse, Granatäpfel und Gerste angebaut. Alles wirkt deshalb etwas unwirklich vor dem roten Hintergrund der Felsen. Dazwischen liegen immer wieder kleine Ortschaften und Kasbahs (= Festungen, die außerhalb von Städten liegen).

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Die Dadesschlucht liegt nördlich von Boumalne du Dades und zieht sich bis hoch ins Atlasgebirge hinauf. Die Fahrt dorthin führt durch ein imposantes Tal, das am Fluss entlang sehr grün ist und damit einen extremen Kontrast zur restlichen felsigen Umgebung bildet. Weiter auf dem Weg zur Schlucht kommt man immer wieder an vielen – teilweise auch bereits verfallenen – Kasbahs vorbei. Die Felslandschaft zeigt bizarre Formationen, wie zum Beispiel die „Monkey-Fingers“ (Affenfinger). Auf halber Strecke windet sich die Straße in Serpentinen neben einem tiefen Canyon hinauf. Von oben zurückgeschaut, hat man eine wirklich beeindruckende Aussicht.

 

 

 

In den Städten liegt der Duft von Minze in der Luft – allgegenwärtig ist der köstliche „Thè à la Menthe (Minztee), der stets angeboten wird. Auf den Märkten wird man überhäuft mit der Vielfalt der unterschiedlichsten Gewürze.

Kurios und sehenswert in der Stadt Rissani ist außer dem Markt, auch der danebenliegende „Eselparkplatz„. Für 1 Dirham (etwa. 10 Cent) kann man dort den Esel während des Einkaufs parken.

  Eselparkplatz 02                                Eselparkplatz 01

Fehlen darf während der Reise natürlich nicht die Tour mit dem Jeep in die Sahara – nach Erg Chebbi, die größten Sanddünen Marokkos. Der Ausflug gehört zum Höhepunkt der Marokkoreise. Da werden Kindheitsträume wahr und man vergisst für ein paar Stunden den Alltag.

 

Hier noch viele schöne Details, die mir „über den Weg gelaufen“ sind . . .
Auf die Veröffentlichung von direkten Portraitaufnahmen von Menschen, Kindern usw. habe ich hier verzichtet, schon wegen deren Privatssphäre (auch wenn diese, die Fotos niemals sehen würden).

 

 

Informationsquelle : ADAC Reiseführer (Sonderedition)