Riotinto (Huelva)

Die Farben der Landschaft des alten Bergbaugebietes „Riotinto“ sind atemberaubend und sehr beeindruckend. Das kleine Städtchen „Minas de Riotinto“ liegt inmitten von einem Bergbaugebiet, das zu den ältesten in Europa zählt.

 

Der Norden der Provinz Huelva in Andalusien (etwa 80 km nördlich von Sevilla) ist vielen Leuten unbekannt. Es ist jedoch eine Sehenswürdigkeit, die ich in diesem Jahr erleben konnte: Einen ganzen Tag zwischen farbigen Felswänden, rotem Flusswasser und einer „Mondlandschaft“. Man muss nur gut zu Fuß sein, festes Schuhwerk anhaben, um dieses Gebiet zu durchlaufen.

 

Seit der Bronzezeit wurden in der Region Erze und Mineralien aus dem Boden geholt. Römer und Araber schürften hier nach wichtigen Rohstoffen, vor allem Eisen und Kupfer. Deshalb auch die dunkelbraune Färbung des Flusswassers, die durch die Reaktion des säurehaltigen Wassers mit dem Eisen und Kupfer des Bodens entsteht.

 

Im 19. Jahrhundert wurde der Bergbau unter britischer Führung entscheidend ausgebaut.
Im Jahre 1873 erwarb die britische Firma Rio Tinto Company Limited die Schürfkonzession für Gold, Silber und Kupfer. Dafür erhielt die erste spanische Republik eine für die damalige Zeit gigantische Summe von 93 Millionen Peseten. Damit war der defizitäre Staatshaushalt Spaniens fast saniert. In der Folge wurde die Eisenbahnlinie bis hinunter an den Hafen von Huelva gebaut. Wegen der Entdeckung einer Mine unter der ursprünglichen Siedlung wurde der Ort Minas de Riotinto an die heutige Stelle kurzerhand umgesiedelt. (Quelle: reisen-nach-spanien.com)

Heute ist der Bergbaubetrieb weitgehend eingestellt. Zurückgeblieben sind die farblich imposanten Wunden des Tagebaus.

Die „Mondlandschafts-Kulissen“ werden mittlerweile immer häufiger als Kulisse für Werbedrehs und Events genutzt. Aufgrund des hohen Säuregehalts, der im Boden des Minengebiets von Riotinto herrscht, führen die NASA und das Zentrum für Astrobiologie von Madrid hier vermehrt Untersuchungen zur Vorbereitung für die „Suche nach Leben auf dem Mars“ durch. Dieses Projekt, das als MARTE (Mars Analog Research and Technology Experiment) bekannt ist, und 2003 begann, hat bereits dabei geholfen, Techniken und Instrumente für die Untersuchung des Roten Planeten durch den Menschen entwickelt. (Quelle: ruralidays.de/blog)