Belchite – Spuren des Spanischen Bürgerkrieges 

Die folgenden Motive haben mich sehr beeindruckt, in zweierlei Hinsicht: Zum einen bemannte mich die Kunst und Lust des Fotografierens. Der Himmel, die Wolken, die Kulisse sind ein Geschenk für jeden Fotografen. Gleichzeitig begleitete mich ständig eine merkwürdige Stimmung, beim Spazieren durch die Straßen dieses Dorfes.  

Ruinenstadt, Belchite in Nordspanien

Belchite ist ein Dorf in Nordspanien, das 1937 während des Spanischen Bürgerkriegs komplett zerstört wurde. Belchite liegt ungefähr 50 km südlich von Saragossa (Aragonien). Heute besteht die Gemeinde (Belchite nuevo) aus rund 1500 Einwohner, die neben den Ruinen der alten Stadt neu errichtet wurde.  

Die Ruinen der zerstörten Stadt wurden zur Erinnerung an die Schrecken des Krieges erhalten. Sie sind heute eine Sehenswürdigkeit des Ortes. Ebenso dienten die Ruinen schon als Drehort für u.a. die Filme “Pans Labyrinth” und “Die Abenteuer des Baron Münchhausen”. 

Ruinen, Belchite in Spanien

 Die Schlacht von Belchite 
(Quelle: https://www.idealista.com/de, von Tom Beck 2019) 

Das kleine Dorf wurde während des Spanischen Bürgerkrieges zwischen dem 24. August und dem 7. September 1937 in der Nähe und in der Stadt Belchite statt. Das Dorf gibt Zeugnis der Verwüstungen des spanischen Bürgerkriegs von 1936 bis 1939 (und noch weit darüber hinaus). Dieses lebendige Freilichtmuseum ist keine typische Touristenfalle, sondern bietet den Besuchern die Möglichkeit, mehr über diese schwierige Zeit der spanischen Geschichte zu erfahren. 

Die Stadt blickt auf eine lange Geschichte zurück; die erste Siedlung wurde dort bereits 75 n. Chr. errichtet. Im Laufe der Jahrhunderte wurden an dem Ort wunderschöne mittelalterliche Kirchen und Denkmäler wie der Bogen von San Roque erbaut. 

Mit dem Ausbruch des spanischen Bürgerkriegs (guerra civil) 1936 verdunkelte sich das Schicksal von Belchite. Die Stadt lag genau an der Grenze zwischen dem republikanischen Staat und den faschistischen Kräften und wurde zum Schauplatz einer der blutigsten und entscheidendsten Schlachten des Krieges. Die Stadt war nach dem Staatsstreich von Francisco Franco zunächst unter Befehl der nationalistischen Armee, wurde aber 1937 von den Rebellen während einer fünfzehntägigen Belagerung, die das Dorf fast vollständig zerstörte, erobert. 

Während der Schlacht von Belchite wurden die Häuser der Stadt vollständig ausgebombt, die Kirchen zerstört und die Bewohner regelrecht abgeschlachtet. Die Szenen erinnerten an die Zerstörung, die einige Monate zuvor in Guernica stattfand und die Pablo Picasso in seinem gleichnamigen Gemälde verewigte. Ernest Hemingway, Martha Gellhorn und viele andere ausländische Freiwillige in der Internationalen Brigade der Republikaner waren schockiert über den Schrecken, den sie sahen. Ein Journalist beschrieb „eine Stadt, die so völlig zerstört war, dass man oft nicht erkennen konnte, wo die Straßen waren. Die Leute gruben Leichen unter Mörteln, Ziegeln und Balken aus.“ 

 

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